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Ungeteilter Realschul-Standort muss in Nassau sein

28. April 2013

Schule war in den vergangenen Jahren stets ein Hauptthema für die SPD-Gremien in der Stadt und Verbandsgemeinde. Die Dreizügigkeit im Schulgesetz war bekannt und die jetzt eingetretene Situation war vorhersehbar. Daher hat die SPD im Stadtrat bereits im Jahr 2010 einen runden Tisch gefordert, wie er in Katzenelnbogen erfolgreich stattfand.

Erfolgreicher runder Tisch in Katzenelnbogen - Dornröschenschlaf in Nassau

In Katzenelnbogen hatte der Landtagsabgeordnete Frank Puchtler und Landrat Günter Kern mit der Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß und dem dortigen Verbandsbürgermeister Harald Gemmer den Weg für eine erfolgreiche Umwandlung geebnet. Katzenelnbogen hat jetzt eine Realschule plus mit Fachoberschule. Den gleiche Vorschlag machte die SPD für Nassau. Wiederholt wies sie mit dem Abgeordneten Frank Puchtler, Landrat Günter Kern, Bildungsministerin Doris Ahnen und zuletzt dem Fraktionsvorsitzenden Hendrik Hering auf die immense Wichtigkeit der Schule und die erforderliche Mobilisierung vor Ort hin.

"Eine gute Schule heißt eine gute Zukunft für die Region. Dazu müssen alle Verantwortlichen mit positiven Ansätzen für die weiterführende Schule in Nassau handeln", fasste Frank Puchtler die herausragende Bedeutung vor Ort zusammen.

In Nassau blieben die Appelle der SPD ungehört. Bürgermeister Rau lehnte einen runden Tisch ab. Seine trotzige Reaktion im Stadtrat:

"Ich halte nichts von einem runden Tisch, an dem sich diejenigen als Retter der Schule präsentieren können, die uns diese Schulpolitik eingebrockt haben. Einen dringenden Handlungsbedarf sehe ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt ohnehin nicht, da die nächsten beiden Schuljahre genauso ablaufen wie bisher. Bis dahin können wir in Ruhe darüber nachdenken, welche Schulform den Standort Nassau am besten sichert".

Welch eine leichtsinnige Fehleinschätzung! Auch einen Arbeitskreis am Schulzentrum rief der Bürgermeister nur ein einziges Mal zusammen. Der Arbeitskreis war im Jahr 2010 als wesentlicher Unterstützungsbeitrag durch den Verbandsgemeinderat beschlossen worden, um das Profil der Schule zu schärfen. Der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende kritisierte die Untätigkeit des Bürgermeisters scharf und forderte ihn auf, seinen "Dornröschenschlaf" zu beenden.

Starkes Gymnasium in Bad Ems und starke Realschule in Nassau

Nachdem die notwendige Dreizügigkeit im Februar nicht erreicht wurde, bleibt die Schule das Hauptthema für die heimische SPD. Dabei ist die Unterstützung der Eltern und der gegründeten Bürgerinitiative unabdingbar. Der Kontakt zum Abgeordneten Frank Puchtler, zu Landrat Günter Kern und zum Bildungsministerium wurde in den letzten Wochen intensiviert. Mit der Entscheidung des Ministeriums, dass der aktuelle Schuljahrgang bis zum Abschluss in Nassau verbleiben kann, wurde einer vordringlichen Forderung der SPD entsprochen. Diese Entscheidung schafft eine wichtige Voraussetzung für eine Zukunftslösung.

Jetzt, so die heimischen Sozialdemokraten, sollten sich alle Kräfte darauf konzentrieren, einen ungeteilten Realschulstandort in Nassau zu erreichen. Die Devise des Abgeordneten Puchtler „Starkes Gymnasium in Bad Ems und starke Realschule in Nassau“ wird durch die SPD vor Ort unterstützt. In die gleiche Richtung gehende Feststellungen des Landrates Kern, dass das Nassauer Schulzentrum das modernste Schulgebäude des Rhein-Lahn-Kreises ist, finden ebenfalls die Zustimmung. Auch das Bildungsministerium erkennt an, dass das Schulzentrum in Nassau gut ausgestattet und erreichbar ist und sich als Standort für eine Realschule plus eignet.

In einem Schreiben an Bildungsministerin Doris Ahnen teilte die SPD ihre grundsätzlichen Auffassungen mit. Insbesondere machte sie deutlich, dass sie hinter den Zielen, Argumenten und Aktionen der betroffenen Eltern wie der Schülerinnen und Schüler stehen. Die heimische SPD bat die Ministerin, sich für eine Lösung stark zu machen, welche den gewichtigen Aspekten für den Schulstandort Nassau Rechnung trägt. Mit Bildungsstaatssekretär Hans Beckmann konnte dies näher erörtert werden.

Die heimischen Sozialdemokraten sind der Überzeugung, dass dem Thema Schulwege und Schülerbeförderung eine bildungspolitische Rolle zukommt. Die Entkoppelung der Gymnasial- und Realschulstandorte würde bereits heute überfüllte Züge entlasten. Die Schüler können entspannter, und wegen der günstigen Lage des Bahnhofes in Nassau gefahrloser ihre Schule erreichen. Kurze Wege zu den Sportstätten in Nassau sparen Zeit und Aufwand. Der behindertengerechte Zugang zur Schule ist eine ideale Voraussetzung, um die Schwerpunktsetzung Inklusion auszuweiten.

Das Beste für die Region gemeinsam anpacken

Dem Staatssekretär im Bildungsministerium vermittelte die heimische SPD anschaulich, dass der Verlust der Realschule für Nassau ein „k.o. Schlag“ wäre. In Bad Ems hingegen würde die Perspektive für eine gymnasiale Weiterentwicklung eröffnet. Sonstige Kompensationen sind denkbar, nicht zuletzt eine erhebliche finanzielle Entlastung der Emser Kommunalhaushalte.

Es wäre nach Auffassung der SPD ein gravierender Fehler, wenn man das Ziel eines ungeteilten Realschulstandortes in Nassau nicht einheitlich verfolgt. Eine Lösung lässt sich am besten auf sachlicher Ebene finden, darin waren sich alle Gesprächspartner einig, mit denen die heimische SPD weiteren engen Kontakt hält, um breite Unterstützung für ihre klaren Zielvorstellungen zu erhalten.